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Die Kraft der Sonne

Der Kraft der Sonne wird im Hinblick auf unsere Energiezukunft ein hoherStellenwert beigemessen. Überall dort wo die Sonne scheint, kann ihre Kraft inStrom und Wärme umgewandelt und genutzt werden. Gerade im Bereich derStromproduktion wurden in den letzten Jahren enorme technologische Fortschritteerzielt. Der Wirkungsgrad von Photovoltaik-Modulen ist so gut geworden, dassdie Kosten des solar produzierten Stroms auch in unseren Breitengraden und beimittleren Anlagegrössen mit dem Bezug aus dem Verteilnetz vergleichbar gewordensind. In diesem Artikel möchten wir eine Standortbestimmung machen undaufzeigen, wie sich die Solarstromproduktion in Suhr entwickelt hat und welchesPotenzial in Zukunft noch erschlossen werden kann.

 

Was bewirkt die Sonne bei der Stromproduktion in Suhr?

Ende2018 waren in Suhr 72 aktive Photovoltaikanlagen installiert. Weitere achtAnlagen befinden sich in der Planung. Die aktiven Anlagen haben bei einerinstallierten Leistung von 1.230 MW im letzten Jahr zusammen 928 MWh Stromproduziert. Diese Menge reicht aus, um gut 200 durchschnittliche Haushaltungenein Jahr lang vollständig mit Solarstrom zu versorgen. Zu diesem guten Ergebnisfür das letzte Jahr haben sicherlich die überdurchschnittlichen Sonnenstundeneingetragen. Aufgrund des hohen Industrieanteils, deckt die lokaleSolarstromproduktion lediglich 1.1 % des gesamten Stromverbrauchs in Suhr ab.

Wem kommt derlokal produzierte Solarstrom zugute?

Es können grundsätzlich vier Typen von Anlagen unterschieden werden. Zur ersten Kategorie gehören Anlagen, deren Produktionsmenge über die KEV abgegolten wird. Diese Anlagen speisen die gesamte Produktionsmenge ins Verteilnetz ein. Die Produzenten erhalten dafür einen festgelegten Vergütungssatz, die sogenannte kostendeckende Einspeisevergütung (KEV). Die Produktionsmenge aller KEV-Anlagen wird schweizweit zusammengefasst und unter der Bezeichnung „geförderter Strom“ an alle Verteilnetz Betreiber abgegeben. In der zweiten Kategorie sind ebenfalls Anlagen, welche die gesamte Produktionsmenge ins Verteilnetz einspeisen. Im Unterschied zu den KEV-Anlagen erhalten diese Produzenten ihre Vergütung von der TBS Strom AG. Somit kommt diese Produktionsmenge den Konsumentinnen und Konsumenten in Suhr zugute. Allerdings müssen sie sich für ein Produkt entscheiden, welches einen Anteil an Solarstrom enthält.

Die dritte Kategorie von Photovoltaikanlagen funktionieren nach dem sogenannten Eigenverbrauchsmodell. Das bedeutet, dass die Produzenten in erster Linie ihre eigenen elektrischen Verbraucher mit Energie versorgen und nur die Überschussmenge ins Verteilnetz einspeisen. Für den Gesamtverbrauch der Produzenten stellt das Verteilnetz eine Art virtuellen Speichers dar. Die Produzenten können zu jenen Zeiten, in denen ihre Anlage keinen Strom produziert, die benötigte Energie aus dem Verteilnetz beziehen. Damit dies im Endeffekt abrechnungstechnisch aufgeht, erhalten sie für die Überschussmengen von der TBS Strom AG eine Vergütung, die preislich auf ihr Energieprodukt, welches sie bei der TBS Strom AG beziehen, abgestimmt ist.

Zurvierten Kategorie gehören gemeinschaftlich realisierte Photovoltaikanlagen. Aufunserem Gemeindegebiet sind dies ausschliesslich Anlagen, die nach dem Modellder IG suhrsolar realisiert worden sind. Deren Produktionsmenge wirdvollständig ins Verteilnetz eingespeist und im Verhältnis des Beteiligungsgradsan die Geldgeber verteilt.

WelchesPotenzial gilt es noch zu erschliessen?

ImEnergiekonzept der Gemeinde Suhr aus dem Jahr 2010 wurde einePotenzialabschätzung gemacht, wie viel Solarstrom auf den Dächern der Gebäudeauf dem Gemeindegebiet erzeugt werden kann. Dabei ist man auf ca. 11.5 GWh proJahr gekommen, was in etwa einem Siebtel des aktuellen Stromverbrauchs entspricht.Bis das gesamte Potenzial ausgeschöpft ist, wird es wohl noch einige Jahrzehntebrauchen. Allerdings dürfte der Zubau von neuen Photovoltaikanlagen in denkommenden Jahren weiter steigen. Die nach wie vor rückläufigenRealisierungskosten, die Einmalvergütungen sowie die Möglichkeiten vonEigenverbrauchsgemeinschaften in Mehrfamilienhäusern sind wichtige Faktoren fürdie Beschleunigung des Zubaus. Zudem ist davon auszugehen, dass die kantonalenEnergiegesetze, welche nach und nach auf die Energiestrategie 2050 angepasstwerden, den zwingenden Bau von Photovoltaikanlagen bei Neubauten fordernwerden.

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